Digitale Preisschilder

Digitale Preisschilder für Regale weltweit

An immer mehr Supermarktregalen wird der Produktpreis auf elektronischen Schildern angezeigt. Die Technologie dafür wird vom Weltmarktführer in der Steiermark entwickelt.

Der Käse schon wieder teurer? Die Nudeln im Sonderangebot? Wie viel kostet das Billy-Regal beim schwedischen Möbelriesen? Die kleinen Schilder am Regal wissen die Antworten, selbst wenn sich der Preis kurzfristig ändert. Wie vieles im täglichen Leben sind nämlich auch sie mittlerweile digitalisiert – und heißen seither ESL: Electronic Shelf Labels. Weltmarktführer dieser elektronischen Preisschilder im stationären Einzelhandel ist SES-imagotag, deren Wurzeln zu wesentlichen Teilen in der Steiermark liegen.

So gründeten 2010 Michael Moosburger und Andreas Rößl in Graz das damals unter Imagotag firmierende Unternehmen. Ihre Idee, dem Handel eine Lösung für eine innovative, elektronische Preisausschilderung zu liefern, schlug ein. 2014 kam es zu einer Allianz mit dem französischen Mitbewerber SES (Store Electronic Systems). Die Kooperation bildet sich seither auch im Firmennamen ab: SES-imagotag.

Preisschilder für über 35.000 Geschäfte

Die Gruppe ist spezialisiert auf die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Hard- und Softwarekomponenten zur elektronischen Preisauszeichnung im Handel. Zum Portfolio zählen elektronische Etiketten, Softwarelösungen, die Kommunikationsinfrastruktur und ein Sortiment an Zubehör und Befestigungsmaterial. Der Handel erspart sich damit das zeitfressende und personalressourcenbindende Ausdrucken und manuelle Umstecken der analogen Preisetiketten – ein Plus vor allem im Lebensmittelhandel, der geprägt ist von oft und schnell wechselnden Verkaufsaktionen und Artikeln.

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Digitale Schilder können schnell und flexibel Preisänderungen anzeigen.Foto: SES-imagotag

Beliefert werden mit den smarten Digi-Schildern über 350 große Handelsketten mit insgesamt mehr als 35.000 Einzelhandelsgeschäften weltweit, darunter mit dem US-Riesen Walmart der größte Einzelhändler der Welt sowie Ikea, Media Markt, Billa oder Spar. Auch in den „Fresh“-Filialen von Amazon trifft man auf die „Taferln“ der Steirer. Insgesamt sind schon mehr als 350 Millionen digitale Preisschilder in mehr als 60 Ländern in Verwendung.

Strom direkt aus dem Regal

Das Geschäft floriert: Setzte das damalige Imagotag 2012 sechs Millionen Euro um, waren es zuletzt in der gesamten SES-imagotag-Gruppe 621 Millionen Euro. Für heuer erwartet man einen Sprung auf bis zu 800 Millionen Euro. Potenzial sieht man unter anderem im Mode- und Schuhhandel.

Treiber dieses Wachstums sind vor allem die Supermarktketten. So gut wie alle testen in der einen oder anderen Form den Einsatz von ESL und dynamischen Preisanpassungen. Die Stromversorgung für die neueste Generation der Schilder läuft dabei mittlerweile batterielos über eigens entwickelte Schienen an der Regalkante

Regal erkennt den Kunden

Bei Walmart werden aktuell USA-weit in einer ersten Phase 60 Millionen dieser intelligenten Schilder installiert. Schon 2018 brachte SES-imagotag ein Regalüberwachungssystem auf den Markt, das automatisch nicht vorrätige Artikel erkennt, was die Lagerlogistik erleichtert. Die Digitalisierung ermöglicht so eine bessere Zusammenarbeit zwischen Lieferanten und Einzelhändlern, womit sich die Effizienz, Transparenz, Sicherheit und Nachhaltigkeit verbessert, bewirbt SES-imagotag sein System. 

Dazu kommt Videotechnologie, die es den Handelsketten und Produzenten ermöglicht, über Kund:innenerkennung personalisierte Werbung über die Preistags auszuspielen. Konsumenten- und Datenschützer:innen stehen diesen Vernetzungsmöglichkeiten allerdings kritisch gegenüber. Für den Elektro- und Haushaltsgerätehandel hat man wiederum Labels entwickelt, die direkt am Regal nicht nur einfach über den Preis informieren, sondern als Mikro-Webseiten auch wichtige Informationen bezüglich Verbraucherbewertungen, Verfügbarkeit im Geschäft und online, sowie zu ähnlichen Produkten oder Angeboten bieten.

Entwickelt werden all diese Innovationen in Fernitz südlich von Graz. Hier schlägt das technologische Herz des an der Pariser Börse notierten Unternehmens. 160 der konzernweit 750 Mitarbeiter:innen sind in der Steiermark beschäftigt.

Credits Artikelbild: imagotag
Lichtblick

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