Galaktische Zukunftsvision: Ist Leben auf dem Jupiter möglich?

Der Weltraum – unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2023, und Forschungssatellit JUICE ist gerade auf dem Weg zum Jupiter. Möglich gemacht wird das durch Hightech aus Niederösterreich vom Unternehmen Beyond Gravity Austria.

Schauen Sie doch mal zum Himmel. Irgendwo, weit über unseren Köpfen, reist jetzt gerade eine Forschungssonde ins Weltall, um diese unendlichen Weiten zu erforschen. Mit an Bord und damit beteiligt am Gelingen dieses Vorhabens ist eine Konstruktion aus Österreich, genauer gesagt aus dem niederösterreichischen Berndorf.

Alles roger

Der 14. April 2023 war ein nervenaufreibender Tag, denn um genau 14:14 Uhr startete die Rakete vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana zu ihrer Mission. Das Wetter verschob den Start bereits um einen Tag, aber nach großem Bangen erhob sich die Ariane-Trägerrakete mit dem 4.800 Kilogramm schweren Forschungssatelliten JUICE (Jupiter Icy Moons Explorer) dann erfolgreich in die Lüfte. Dieser soll nun zum Jupiter fliegen und seine drei Eismonde Europa, Ganymed und Kallisto erforschen. Reisedauer: ungefähr sieben Jahre.

Hat JUICE den Riesenplaneten Jupiter erreicht, wird die Raumsonde in eine Umlaufbahn um den Gasriesen eintreten, ihn zunächst für etwa drei Jahre umkreisen und dessen Oberfläche aus der Ferne erforschen. Danach wird die Raumsonde in einen polaren Orbit um Ganymed eintauchen und diesen in der letzten Phase der Mission in einer Höhe von ca. 500 Kilometern umkreisen. Ab da muss JUICE so viele Daten wie möglich sammeln, die zeigen sollen, ob sich unter der Eiskruste des Planeten ein Wasserozean befindet und in welcher Tiefe dieser liegt.

Beyond Gravity
Irgendwo, weit über unseren Köpfen, reist jetzt gerade eine Forschungssonde ins Weltall.Foto: Symbolbild: Adobe Stock I Oleksandr Kozak

Die Suche nach Wasser

Auch auf den Monden Europa und Kallisto deutet nach bisherigen Beobachtungen alles auf Ozeane unter der Eiskruste hin. Deshalb ist das Jupitersystem neben dem Planeten Mars und den Saturnmonden Titan und Enceladus von besonderer Bedeutung bei der Suche nach extraterrestrischen Lebensformen im Sonnensystem. Auf Wale, Delfine oder gar Aliens zu treffen, hofft man in Expert:innenkreisen aber natürlich nicht. Man wolle viel eher erkunden, ob diese Planeten in einer weit entfernten Zukunft eventuell auch für Menschen der Erde bewohnbar wären. Was zugegeben ebenso kurios und derzeit noch unvorstellbar klingt.

Von Berndorf zum Jupiter

Mit an Bord der Mission, die die Europäische Raumfahrtorganisation ESA durchführt, ist auch Hightech aus Niederösterreich. In ihrem Werk in Berndorf im Triestingtal hat die Firma Beyond Gravity Austria jenen Thermalisolationsschild gefertigt, der die Sonde und ihre empfindlichen Messgeräte vor den extremen Temperaturschwankungen im Weltraum schützt. Die Thermalisolation besteht aus mehreren Schichten hauchdünner Spezialkunststofffolien, die extremen Temperaturen von bis zu minus 230 Grad Celsius standhalten müssen. Laut offiziellen Pressestatements belief sich der ESA-Auftrag für Beyond Gravity auf mehrere Millionen Euro.

Kein Happy End für JUICE

Aber zurück zum Jupiter: „Während der mehr als zehn Jahre im Weltraum wird die Jupitersonde von Thermalisolation aus Österreich vor Hitze und Kälte im All von plus/minus 230 Grad Celsius geschützt“, erklärt Manfred Sust, Geschäftsführer von Beyond Gravity Austria. „Die Thermalisolation besteht aus mehreren Schichten hauchdünner Spezialkunststofffolien, die im Vakuum des Weltraums die Wirkung einer meterdicken Ziegelmauer erzielen.“

Wer nach zehn Jahren Einsatz für die Menschheit an ein Happy End für die Jupitersonde JUICE denkt, den müssen wir an dieser Stelle leider enttäuschen. Am Ende seiner anstrengenden Mission im Jahr 2033 soll JUICE auf der Oberfläche von Ganymed zerschellen. Sogar auf so weit entfernten Planeten kündigt sich die Menschheit erst einmal mit Müll an …

Über Beyond Gravity

Beyond Gravity ist Lieferant von Technologien für alle Arten von Trägerraketen, einschließlich der europäischen Ariane- und Vega-Raketen, sowie führend bei Satellitenausstattungen. Das Schweizer Unternehmen mit einer wichtigen Dependance in Österreich beschäftigt rund 1.600 Mitarbeitende an 14 Standorten in sieben Ländern, darunter Schweden, Deutschland, USA, Finnland und Portugal. Im Jahr 2022 erwirtschaftete man einen Umsatz von rund 379 Millionen Euro.

www.beyondgravity.com

www.esa.int/Science_Exploration/Space_Science/Juice

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