alkoholfreier Sekt

Chillen ohne Promille: Junge mögen’s lieber alkoholfrei

Ein wahres Tief für Hochprozentiges: Österreichs Jugend entdeckt gerade ihre Vorliebe für ein Gläschen Sekt. Der Trend geht aber noch ein Stück weiter – am liebsten lässt man die Korken nämlich völlig alkoholfrei knallen.

Die Sektbranche erholt sich langsam von den Einschränkungen der vergangenen Jahre. Das zeigen die Ergebnisse des aktuellen Sektreports des österreichischen Traditionshauses Schlumberger. Demzufolge wird Sekt gerade bei der jüngeren Bevölkerungsgruppe im Alter von 18 bis 29 Jahren immer mehr zum In-Getränk.

Die Anzahl der Sektkonsument:innen in dieser Altersgruppe stieg im Vergleich zum Vorjahr nämlich um 24 Prozent. Rund zwei Drittel achten außerdem auf die österreichische Herkunft des prickelnden Getränks. Ganz so traditionell geht’s bei den Jungen aber doch nicht zu, denn die Generation Z will zwar stilvoll anstoßen – aber keinen Kater danach haben.

alkoholfrei Sekt
Sekt zu trinken liegt im Trend – vor allem, wenn er alkoholfrei ist!Foto: Phillipp Lipiarski

Alkoholfreier Sekt knallt auch

So gibt im Schlumberger Sektreport ein Drittel der Österreicher:innen an, gelegentlich alkoholfreien Sekt zu konsumieren. Die meisten davon finden sich dabei in den Altersgruppen der 18- bis 29-Jährigen beziehungsweise der 30- bis 39-Jährigen. Auch andere Alternativen zu klassischen Spirituosen ohne oder mit niedrigem Alkoholgehalt sind gefragt wie nie. Kein Zufall, denn gerade diese Zielgruppe lebt besonders gesundheits- und körperbewusst und achtet auf ihre „Mental Health“.

Die österreichische Sektkellerei reagierte prompt auf diesen Trend mit der Einführung eines spritzigen alkoholfreien Rosé der Marke Hochriegel. Außerdem verstärkte man das alkoholfrei-Segment kürzlich mit einer strategischen Partnerschaft mit dem Hamburger Start-up Undone, deren alkoholfreie Spirituosen bereits eine breite Fan-Base haben.

Gut zu wissen

Laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens appinio verzichten in Deutschland unter den 18- bis 24-Jährigen bereits 27 Prozent vollständig auf Alkohol. Insgesamt versuchen 66 Prozent der Konsument:innen aller Altersschichten, ihren Alkoholkonsum zu verringern. Wenn dabei auch der Geschmack stimmt, wohlgemerkt.

Laut dem Marktforschungsinstitut The International Wine & Spirit Competition (IWSR) wächst der deutsche Markt für alkoholfreie Spirituosen kontinuierlich um jährlich zehn Prozent. Sogar in den bierliebenden USA liegt das Wachstum bei 30 Prozent.

Im Vergleich zu 2021 rechnet man bei alkoholfreien Spirituosen bis 2028 mit einer Vervierfachung des globalen Marktvolumens. In Summe wären das etwa 13 Milliarden Euro. Neben alkoholfreiem Sekt erfreuen sich auch Mocktails, also alkoholfreie Cocktails, immer größerer Beliebtheit und sollen ihr Marktvolumen in den kommenden Jahren auf 9,5 Milliarden Euro verfünffachen.

Schlumberger investiert in Wirtschaftsstandort Österreich

Schlumberger errichtet indessen ab Juni 2023 im burgenländischen Müllendorf eine der modernsten Sektproduktionsanlagen Europas. „Wir stoßen an den beiden derzeitigen Standorten in Wien-Heiligenstadt und Bad Vöslau an Kapazitätsgrenzen, da sie keine wirtschaftlich sinnvollen Erweiterungen mehr zulassen“, erklärt Schlumberger-Geschäftsführer Benedikt Zacherl den Expansionsschritt.

So wird in der Nähe von Eisenstadt ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag in das zwölf Hektar große Neubauprojekt investiert. Die Zentrale und Unternehmensführung bleiben zwar weiterhin in Wien-Heiligenstadt, im Burgenland soll aber ab Ende 2025 die Produktion und Abfüllung von Sekt starten.

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Benedikt Zacherl, Vorstandsvorsitzender der Schlumberger AG Foto: Schlumberger

Neue Arbeitsplätze in Müllendorf

In einem ersten Schritt wird nur die Produktionsanlage gebaut, allerdings bietet das Grundstück auch die Möglichkeit für Erweiterungsmaßnahmen, wie etwa ein eigenes Logistiklager oder den Ausbau von Produktionsflächen und Büroräumlichkeiten. Insgesamt entstehen in Müllendorf Arbeitsplätze für 35 Mitarbeiter:innen.

„Der neue Standort ermöglicht eine effizientere und nachhaltigere Produktion, ebenso eine Reduktion von Transportwegen“, sagt Zacherl. Zudem wird die Energiegewinnung am neuen Standort für den Betrieb der Fertigungstechnik sowie Kühlung durch eine 100 KWp starke PV-Anlage auf dem Dach des Gebäudes unterstützt. Guter Nebeneffekt: Nach Fertigstellung des Neubauprojekts spart Schlumberger rund eintausend LKW-Fahrten pro Jahr ein.

Über Schlumberger

Schlumberger ist Marktführer im Bereich Premium-Sekt und Premium-Spirituosen. Robert Alwin Schlumberger gründete das Unternehmen 1842 und stellte damals als einer der ersten in Österreich Sekt nach der Méthode traditionnelle her.

Das Geschäft umfasst heute die Bereiche Schaumwein, Spirituosen, Wein, Bier und alkoholfreie Getränke mit seinen Sektmarken Schlumberger, Goldeck und Hochriegl. In der Schaumweinproduktion werden seit jeher österreichische Premiumtrauben verarbeitet. Schlumberger beschäftigt rund 245 Mitarbeiter:innen in Österreich und Deutschland.

Credits Artikelbild: Phillipp Lipiarski
Lichtblick

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