Helfende Roboterhände für die Österreichische Post

Vor allem in der herannahenden Weihnachtszeit hat die Österreichische Post wieder alle Hände voll zu tun. In Niederösterreich bekam sie deshalb nun kräftige Unterstützung in Form von 35 kleinen Roboter-Mitarbeitern.

Wer kennt nicht dieses Gefühl, wenn die Post an der Tür klingelt und man ein Paket mit schönen Dingen erwartet? Vor allem in der bevorstehenden Weihnachtszeit vereinfacht uns das Onlineshopping den Kauf bzw. den Versand von Geschenken. Der Postweg ist beliebter denn je, das zeigen auch die Zahlen: Im Jahr 2022 wurden hierzulande laut Österreichischer Post insgesamt 355,3 Millionen Pakete versendet. Das ist eine Steigerung von 16,1 Millionen Paketen bzw. 4,7 Prozent im Vergleich zum Jahr davor. Kein Wunder, dass Postbeamtinnen und -beamte Unterstützung brauchen können. Und die muss nicht immer menschlicher Natur sein.

Österreichische Post setzt auf Roboter

Schauplatz Enzersdorf an der Fischa im Bezirk Bruck an der Leitha. Nach rund einem Jahr Projektdurchlaufzeit hat die Post Systemlogistik – Tochterunternehmen der Österreichischen Post AG – die erste sogenannte AutoStore-Anlage in Betrieb genommen. Das System dafür wurde in Norwegen entwickelt und von der Firma Toyota Material Handling aus Wiener Neudorf ausgeführt. „Integriertes, automatisiertes Kleinteilelager- und Kommissioniersystem“ klingt im ersten Moment recht kompliziert, hat aber eigentlich einen einfachen Nutzen: Es ist ein noch effizienteres E-Commerce-Service der Post.

„Diese Investition ist ein großer Schritt für uns, denn wir können somit eine Vielzahl an Aufträgen parallel verarbeiten und sind folglich deutlich produktiver“, erklärt Wolfgang Einer, Leiter Logistics Solutions bei der Österreichischen Post. Außerdem könne man die Anlage jederzeit und auch bei laufendem Betrieb modular erweitern, „denn Platz gibt es bei uns in Enzersdorf genug.“

Die Arbeitsstationen – sogenannte Carousel-Ports, bilden die Schnittstellen zwischen Menschen und Maschine bei der durch Toyota implementierten AutoStore-Anlage bei Post Systemlogistik.

Mensch und Maschine arbeiten zusammen

In einer ersten Ausbaustufe verfügt die neue AutoStore-Anlage in Enzersdorf an der Fischa über 30.000 Behälterplätze – sogenannte Bins – mit acht AutoStore-Arbeitsstationen. Das System belegt damit eine Gesamtfläche von mehr als 800 Quadratmetern. Die Lagerkapazität ist dadurch gleich viermal so groß wie davor. In Verbindung mit der ebenso neuen automatischen Förderstrecke können jetzt ganze 600 Aufträge in der Stunde verarbeitet werden.

  • Österreichische Post Roboter
    Die Österreichische Post Systemlogistik nahm kürzlich die AutoStore-Anlage in Betrieb.
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    35 „Pickroboter“ bewegen sich auf Schienen, die oben am Aluminiumkubus angebracht sind, und können von dort auf die Ware zugreifen.Foto: Toyota Material Handling
  • Österreichische Post Roboter
    Foto: Toyota Material Handling

Das neue automatisierte Lagersystem besteht nicht aus klassischen Regalen, sondern ist ein in sich geschlossener Kubus. Die modular aufgebauten, gestapelten Behälter schaffen viel Stauraum auf kleinster Fläche. 35 sogenannte „Pickroboter“ bewegen sich auf Schienen, die oben am Aluminiumkubus angebracht sind, und können von dort auf die Ware zugreifen. Sie gelten laut Systemhersteller AutoStore als besonders energieeffizient und zuverlässig. Die neuen Postmitarbeiter bewegen sich dabei völlig sicher in den luftigen Höhen – in die sich ihre menschlichen Kolleg:innen vermutlich nicht gerne wagen würden.

Die Österreichische Post in Zahlen

  • Die Österreichische Post AG ist der landesweit führende Logistik-und Postdienstleister.
  • Mitarbeitende: circa 20.000
  • Umsatz: knapp zwei Milliarden Euro
  • Geschäftsstellen: circa 1.800 landesweit
  • 10.500 Fahrzeuge, darunter bereits knapp 2.000 E-Fahrzeuge, sind für die Post unterwegs
Credits Artikelbild: Adobe Stock

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