Pankl Academy

Weniger CO2 durch schnelle Bienen

Manche Unternehmen halten sich einen Office-Hund, andere eine Katze oder exotische Fische. Immer öfter legen sich Betriebe aber auch Bienen zu. Sie sollen helfen, das Klima zu verbessern. Und auch auf der Pankl Academy wird nun die Fortbildung „Imkerei für Anfänger“ angeboten.  

180 bis 250 Mal schlägt eine Biene pro Sekunde mit ihren Flügeln und erreicht damit Spitzengeschwindigkeiten bis zu 30 Kilometer pro Stunde. Und das, obwohl sie schwer beladen mit Pollen und Nektar ist. Ob die „Racing Bees“ schneller fliegen, ist noch nicht bewiesen. Die Voraussetzungen dazu hätten sie jedenfalls. Immerhin stehen ihre Bienenstöcke seit Kurzem vor den Aerospace- und High-Performance-Werken des obersteirischen Unternehmens Pankl, das sich auf die Entwicklung und Herstellung  von Motor- und Antriebssystemen für Rennsport, Hochleistungsfahrzeuge und die Luft- und Raumfahrtindustrie spezialisiert hat. 

Kleine Biene, große Wirkung

Wobei es hier ausnahmsweise mal nicht um Geschwindigkeit geht, sondern um den Klimaschutz, der spätestens seit der Pandemie zur Chefsache erklärt wurde. So hat Pankl, wie andere Industriebetriebe auch, bereits erneuerbare Energien an seinen Standorten installiert, den Ressourcenverbrauch reduziert oder Fahrgemeinschaften gefördert. Mit den „Racing Bees“, so der Name der Pankl-Bienen, beschreitet man nun neue Wege, um CO2 einzusparen. Aber wie genau soll das funktionieren?

Bienen fliegen bekanntlich von Blüte zu Blüte, um sie zu bestäuben. Dadurch entstehen nicht nur Früchte, sondern es bilden sich auch Samen, aus denen neue Pflanzen wachsen. So bleibt die Bio-Diversität erhalten. Außerdem gilt: Je mehr Pflanzen blühen, desto besser fürs Klima. Denn das bedeutet, dass mehr CO2 mittels Photosynthese aus der Luft gebunden werden kann. 

Mit den „Racing Bees“ von Pankl sollen mehr neue Pflanzen wachsen und dadurch das CO2 reduziert werden.

Pro Jahr 60 Tonnen CO2 weniger 

So viel zu unserem kleinen Exkurs in die Biologie. Kommen wir nun zu den Hard Facts. Und zwar: Von welchen Mengen sprechen wir hier überhaupt? Botanische Studien zeigen, dass ein einziges Bienenvolk dazu beiträgt, bis zu 60 Tonnen CO2 pro Jahr zu binden. Ungefähr so viel CO2 entsteht, wenn man mit dem Auto 60 Mal von München nach Lissabon fährt. Immerhin ist das eine Strecke von fast 2.500 Kilometer und entspricht einer Fahrtzeit von 24 Stunden. Es ist also durchaus beachtlich, was die kleinen Nutztiere leisten.

Neue Mitbewohner

Die großen Grünflächen im Areal des Kapfenberger High-Tech-Parks und in der Industriestraße bieten den idealen Lebensraum für Bienen. Insgesamt wurden dort 20 Bienenstöcke aufgestellt. Betreut werden sie von Martin Kölbl, einem Mitarbeiter der Pankl Aerospace, der sich seit Jahren privat mit dem Imkern beschäftigt. „Für mich ist es mehr als nur ein Hobby,“ sagt er, „die Tiere sind faszinierend und ich konnte mir hier sehr viel Wissen aneignen. Dass Pankl sich entschieden hat, Bienenvölker vor den Werken aufzustellen und so zum Erhalt dieser beizutragen, hat mich persönlich sehr gefreut.“ 

Pankl Academy
Die Pankl Academy wird um die Fortbildung „Imkerei für Anfänger“ erweitert.

In Zukunft soll Martin Kölbl auch Kolleg:innen in die Materie einführen. Denn der ohnehin schon umfangreiche Ausbildungskatalog der Pankl Academy wird um die Fortbildung „Imkerei für Anfänger“ erweitert. Mitarbeiter:innen erhalten so die Möglichkeit, die Grundlagen des Imker-Handwerks zu erlernen und können ab kommenden Frühling selbst mithelfen, die Bienenstöcke zu betreuen. Ein gewisses Berufsrisiko müssen sie dabei jedoch in Kauf nehmen. Das bekam auch Pankl Chef Wolfgang Plasser zu spüren. Als er die Bienenvölker besuchte, wurde er zwei Minuten nach dem Fotoshooting von einer Racing Bee gestochen. Er wertete dies aber als gutes Omen für die kommende Honigernte. 

Über Pankl:

  • Pankl entwickelt mechanische Systeme im Hochtechnologiebereich für dynamische Komponenten in den weltweiten Nischenmärkten der Rennsport-, Luxusautomobil- und Luftfahrtindustrie.
  • 1985 wurde der erste Pleuel für den Motorsport produziert. Heute ist die Racing Division von Pankl marktführender Lieferant für Motor- und Antriebssysteme.
  • Das Knowhow im Luftfahrtbereich geht bis ins Jahr 1994 zurück. Damals stellte Pankl die erste Heckrotorantriebswelle her.
  • Der High Performance-Bereich spezialisiert sich auf die Produktion von Motor- und Antriebskomponenten für Luxusautomobile und wurde in den letzten Jahren sukzessive expandiert.
  • Seit vielen Jahren bildet Pankl Racing Systems Lehrlinge in elf verschiedenen Berufen aus. Heuer haben 45 junge Menschen eine Lehre bei Pankl begonnen. Das sind so viele wie noch nie.
  • Die Pankl Academy, die künftig als Drehscheibe für die konzernweite Aus- und Weiterbildung fungieren wird, soll 2024 fertiggestellt werden. Herzstück des neuen Ausbildungscampus wird eine rund 1.500 Quadratmeter große Lehrwerkstatt bilden. In den modern Schulungsräumen sollen schon bald 200 Lehrlinge gleichzeitig im Unternehmen ausgebildet werden. Derzeit sind es rund 140.

Lichtblick

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